​​Hokkaido – Mehr als nur ein Kürbis

​​Eine Hokkaido Rundreise

​​Es ist Herbst. Die Vögel ziehen nach Süden, die Bäume verfärben ihre Blätter und in der Insta Timeline tauchen immer mehr Pilze und Kürbisse auf. Vor allem die beliebten Hokkaido Kürbisse. Hokkaido? Was ist das eigentlich genau?
Hokkaidokürbisse wurden ursprünglich in Japan gezüchtet. Genauer gesagt auf Hokkaido, der nördlichsten der fünf Haupinseln Japans. Sie bietet dem geneigten Japan-Reisenden nicht nur Ramen und die Neon-Lichter der Hauptstadt Sapporo, sondern noch etwas, was viele nicht im ersten Moment mit dem wuseligen Japan verbinden – Ruhe und unberührte Natur.


Die Top 5 Erlebnisse auf Hokkaido

1. Shiretoko Nationalpark – Whale Watching

Wer den weiten Weg nach Hokkaido auf sich nimmt, muss nach Shiretoko. In der Sprache der Ainu, der Ureinwohner Hokkaidos, bedeutet dies so viel wie das Ende des Landes. Tatsächlich fühlt es sich auf dieser kleinen Halbinsel auch ein bisschen so an wie das Ende der Welt. Euch erwarten ursprüngliche Wälder und viel unberührte Natur. In dem Fischerörtchen Rausu könnt ihr vom Frühjahr bis Herbst Whale Watching Touren buchen. Hier lassen sich je nach Saison Delfine, Pottwale oder auch Schwertwale/Orcas beobachten.

Ein guter Anbieter wäre http://www.e-shiretoko.com .
und weitere Informationen findet ihr auf https://best.visit-hokkaido.jp/nature/story/waters-rausu-shiretoko-wildlife-paradise/

Hokkaido-Whale-watching

Photo by Tim Cole on Unsplash

2. Shiretoko Nationalpark – bären sehen/ Bear cruise

Braunbären in Japan beobachten? Ja, das geht! Und nirgends so gut wie auf der Halbinsel Shiretoko. Hier gibt es tatsächlich einer der höchsten Bärendichten der Welt. Durch die Abgeschiedenheit der Region und der jährlichen Lachswanderung im Herbst finden die Bären hier perfekte Lebensbedingungen. Doch wie lassen sich diese braunen Schwergewichte am besten und sichersten beobachten? Vom Wasser aus, bei einer Bootstour ab der Hafenstadt Utoro! Ab Ende April bis Anfang Oktober fahren Ausflugsschiffe die Küste entlang. Im Frühjahr und Herbst suchen die Bären nach Nahrung und die Chance, einen zu sehen, ist dann am höchsten. Gojiraiwa ist ein besonders guter Anbieter, welcher verschiedene Touren anbietet.
https://kamuiwakka.jp/cruising/index-en.php

​Photo by Marcel Gerson

3. Ainu Kultur im Akan Nationalpark erleben

Ganz Japan spricht Japanisch? Wirklich ganz Japan? Japan gilt gemeinhin als ein sehr homogenes Land. Hokkaido bietet da eine willkommene Abwechslung. Die Insel wurde erst relativ spät im 19. Jahrhundert umfassend japanisiert. Zuvor siedelten hier die Ainu. Mit ihrer eigenen Sprache und Kultur lebten sie bis in die jüngere Vergangenheit noch als Jäger und Sammler. Wer sich für diese Kultur interessiert, sollte unbedingt das Ainu-Dorf Akanko Ainu Kotan mit dem Ainu Cultural Heritage Museum vor der beeindruckenden Szenerie des Akan Sees im gleichnamigen Nationalpark besuchen.
https://www.akanainu.jp/en/about

​4. auf Hokkaido wandern

Japan-Hokkaido-Nationalpark

​Photo by Marcel Gerson

​Hokkaido bietet unzählige Wandermöglichkeiten. Besonders beliebt sind die verschiedenen Nationalparks der Insel.
•    Shiretoku Nationalpark – Leichte Wanderungen um die fünf Seen, auf den Vulkangipfel Rausu oder mehrtägige Wanderung um die Halbinsel.
•    Akan Nationalpark – Verschiedene Wanderungen um die Vulkanseen und auf die umliegenden Vulkane.
•    Kushiro-Shitsugen Nationalpark – Das größte Feuchtgebiet Japans kann man auf verschiedenen Wanderwegen kennenlernen. Das Visitor Center Onnenai und das Kushiro City Marsh Observatory sind gute Ausgangspunkte. Mit etwas Glück kann man hier den seltenen Mandschurenkranich beobachten!
•    Daisetsuzan Nationalpark – Der größte Nationalpark Japans bedeckt einen großen Teil des Zentralgebirges Hokkaidos. Mit endlosen Wäldern, Mooren, Gipfeln und Bergseen ist die Vielfalt dieses Gebirges schier überwältigend. Gute Ausgangspunkte für Wanderungen sind die Orte Sounkyo oder Kogen Onsen im Norden mit dem Höchsten Berg Hokkaidos dem 2291m hohen Asahi oder die Bergseen rund um den Shikaribetsu See im Süden.

​​5. Sapporo – Lebendige Inselhauptstadt

Japan-Sapporo

​Photo by Marcel Gerson

Sapporo bietet viel, was man auch aus anderen japanischen Großstädten kennt – gutes Essen, Neon-Lichter und unzählige Einkaufsmöglichkeiten. Vielleicht lag es am Herbstbeginn meines Hokkaido-Besuches, aber trotz seiner Größe empfand ich Sapporo dennoch ein Stück gemütlicher und übersichtlicher als andere Großstadt-Vertreter Japans. Es ist leicht, sich hier zurechtzufinden und der zentral gelegene Odori Park bietet viele verschiedene Feste im Jahr an, wie beispielsweise das Autumn Festival oder das Snow Festival im Winter.


​Unterkünfte

Unterkünfte auf Hokkaido sind etwas günstiger als in vergleichbaren Regionen Japans, aber dennoch nicht billig. Von Hostels über Kapselhotels bis zu ländlichen Herbergen, den Ryokans, ist hier allerdings ein breites Angebot anzutreffen.

Budget Variante
Mittelklasse
Gehobene Hotels

​Well-Beeing

Japan-Onsen-Hokkaido-Themalbaeder

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​In diesem Punkt steht ganz Hokkaido im Zeichen der Onsen. Diese Thermalbäder finden sich fast überall auf der Insel. Hier eine kleine Auswahl der besten Onsen Hokkaidos. 

•    Noboribetsu Onsen – Einer der bekanntesten Resorts auf ganz Hokkaido
•    Jozankei Onsen – Ein schöner Onsen in einem Flusstal südlich von Sapporo
•    Toyako Onsen – Mit einem wunderschönen Blick auf den Toya See
•    Yunokawa Onsen, Hakodate – Mit Meeresblick
•    Kotan Onsen, Akan See – Open Air Onsen mit Blick auf Schwäne und Vulkangipfel


​Essen & Trinken

Hokkaido ist für viele Japaner ein Synonym für gutes Essen. Vor allem natürlich, Japan-typisch, für Fisch und Meeresfrüchte. Vor allem Krebstiere werden in den Wintermonaten an den schroffen Felsen in riesigen Mengen gefangen. Allerdings bietet Hokkaido noch viel mehr. Neben den bekannten Hokkaido-Kürbissen finden sich hier auch Hokkaido-Melonen und vor allem auch Käsegerichte, welche sonst in Japan nur selten angeboten werden.

Hier können auch Vegetarier fündig werden. Veganer finden abseits der Hauptstadt Sapporo nur wenige Angebote, aber können auch hier mit etwas Planung zurechtkommen.

Nijo Fischmarkt, Sapporo – Hier wird nicht nur frischer Fisch gehandelt, sondern man kann an Ständen und in kleinen Restaurants sowohl rohen als auch gebratenen Fisch essen!

Namishibuki Restaurant, Shiretoko – Ein tolles vielseitiges Restaurant, welches hervorragendes Ramen bietet, aber auch noch eine breite Auswahl an saisonalen und lokalen Gerichten. Direkt am Meer gelegen dürfen natürlich auch Fisch und Meeresfrüchte nicht fehlen.

Itadakizen Restaurant, vegetarisches Restaurant Sapporo – Leider noch eines der nur wenigen Restaurants, die sich auf vegetarische Gerichte spezialisiert haben. Sehr leckeres und lokales Essen. Zusätzlich befindet sich das Sora Organic Cafe genau gegenüber.


Anreise

Nach Hokkaido kommt man am besten direkt per Flugzeug oder mit der Bahn. Die Fahrt von Tokio mit dem Highspeed-Zug Shikansen dauert lediglich ca. 4 Stunden (für 800km!). Nach Sapporo geht es von Hakodate dann mit einem langsameren Regionalzug mit einer Fahrdauer von ebenfalls ca. 4 Stunden.

Tranport vor Ort

​Auf Hokkaido selbst ist der öffentliche Verkehr etwas weniger entwickelt als in anderen Regionen Japans. Mit Bus und Bahn kann man theoretisch alle großen Sehenswürdigkeiten besuchen, aber ein Mietwagen ist definitiv die geschicktere Wahl.

​Extra Tipp für die Reise

​Die richtige Jahreszeit für Hokkaido – Jede Jahreszeit hat etwas für sich. Im Winter ist die Zeit des Wintersports und sibirisches Packeis drängt sich an die Küste Shiretokos, der Sommer bringt wärmere Temperaturen, aber ich würde den Frühling und Herbst empfehlen. Diese eignen sich besonders zum Whale Watching, Bear Watching oder zum Wandern.


Wie lange sollte ich auf Hokkaido bleiben?
Bring Zeit für Hokkaido mit. Hier drehen die Uhren etwas langsamer als anderorts in Japan. Eine Woche ist das absolute Minimum, um die Region etwas kennenzulernen, aber zwei Wochen oder mehr sind empfehlenswert.

Verstehen Japaner Englisch/Reicht Englisch in Japan?
Japaner sind dafür bekannt, verhältnismäßig schlechte Englischkenntnisse zu besitzen. Ich werde dies auch nicht bestreiten, aber ich hatte während meiner Reise größere Kommunikationsprobleme in Tokyo als auf Hokkaido. Außerdem sind Japaner meistens sehr hilfsbereit. Mit einem Lächeln und etwas Geduld hat man hier keine Probleme. Ein arigatou gozaimas (danke) am Ende jeden Satzes bringt Bonuspunkte!

Wie teuer ist Japan/Hokkaido?
Japan ist nicht billig. Mein Konto wurde durch meinen dreiwöchigen Japan Urlaub durchaus belastet. ABER – es ist nicht wie in der Schweiz oder Norwegen. Lebensmittel sind verhältnismäßig günstig und auch mit einem Rail Pass spart man eine Menge Geld. Die Unterkünfte sind der größte Kostenpunkt!


Extra Tipp - Nachhaltig Reisen

shinkansen-hokkaido

Rail Pass – Alle, die längere Zeit in Japan verbringen, nach Hokkaido mit dem Zug anreisen, keinen Mietwagen nutzen oder einfach nachhaltig reisen möchten, sollten über den sogenannten Rail Pass nachdenken. Mit diesem Pass kann man unbegrenzt einen bestimmten Zeitraum das gesamte Zugnetz Japans nutzen – und das inklusive der Shikansen Highspeed-Züge.

Preislich ist der Pass kaum zu schlagen. Ohne Pass würde man bei einer Anreise von Tokyo nach Sapporo regulär bereits ca. 250€ zahlen. Der 7 Tage Rail Pass kostet allerdings nur 245€ und lohnt sich somit schon bei einer Fahrt von Tokyo nach Sapporo! Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, einen Hokkaido Rail Pass zu holen, welcher nur für Hokkaido gilt. Auch hier gibt es unterschiedliche Preiskategorien.

Rail Pass Hokkaido

​3 Tage

​4 Tage Flexibel

​5 Tage

​7 Tage

​140€
Fill Counter
​190€
Fill Counter
​190€
Fill Counter
​212€
Fill Counter

Rail Pass ​Japan

​​7 Tage

​​14 Tage

​21 Tage

245€
Fill Counter
​390€
Fill Counter
​498€
Fill Counter

Der normale Japan Rail Pass muss zwingend vor dem Urlaub über eine Agentur gekauft werden. Mit dem zugesendeten Voucher erhält man dann in Japan den eigentlichen Rail Pass ausgehändigt. Einfach und schnell kann man dies über den offiziellen Anbieter buchen.

weitere Infos findet du hier: https://www.jrailpass.com (hier klicken)

​Marcel Gerson

Marcel Gerson - Fortstwissenschaftler und Reiseliebhaber, kann sich für viel in der Welt begeistern. Kerninteressen der letzten Jahre lagen immer wieder in Asien, aber auch in der eigenen Heimat - Europa.


​Der gebürtige Bremer hat sich beruflich auf Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung spezialisiert. Er nutzt dabei jede Gelegenheit andere von der vielfältigen Natur ihrer eigenen Welt zu begeistern. Frei nach dem Motto "Du schützt nur das, was du kennst"

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​Schau Dir hier vier ​Beispiele meiner Serie "Städtetrip in Europa - 16 Tipps für die Hosentasche" an. Dort gibts jeweils 16 Tipps für die Hosentasche.

Nadine

Nadine ist Deine Reisezeit Gestalterin. Freie Reiseberaterin und Spezialistin für Familienreisen und veganes Reisen. Sie ist Mutter von zwei Kindern und lebt vegan.

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