Interview mit Peffe – der Veganizer

Peffe - der veganizer

Intro

Heute habe ich ein Interview mit Peffe – der Veganizer alias Stefan Stahl für Euch.

Peffe und ich haben uns Mitte 2016 über „Facebook“ kennengelernt, damals war Peffe noch ganz neu in der Blogger Szene und ich durfte einen Gastartikel auf seinem Blog veröffentlichen.

Seither ist viel passiert und sein Blog ist nach nicht mal einem Jahr bereits überaus erfolgreich.

Vielen Dank Peffe für das Interview.

Peffe - der veganizer


Interview

Lieber Peffe, wie kamst Du zum Bloggen und was ist Dein „Erfolgsgeheimnis“?

Danke für die schöne Einleitung, liebe Nadine. Ich kam mir gerade für einen Moment richtig wichtig vor 😉 Das mit dem Blog war die Idee meiner Frau. Du kennst das als Veganerin sicher selbst, wenn Teile Deines Umfelds plötzlich verrücktspielen,  nur weil Du keine Currywurst mehr essen möchtest. Diese ständigen Diskussionen, wieso ich das denn machen würde und warum Veganer Essen nachbauen, das dann wie Fleisch aussieht usw. standen mir damals echt bis zum Hals. Meine Frau meinte dann, dass ich Blogger werden soll, weil ich dann mit Menschen interagieren kann, die sich für mein Thema interessieren und so ist es ja zum Glück auch. Mein Erfolgsgeheimnis ist im Grunde ganz einfach: sei vor allem Du selbst! Ich habe von Natur aus eine große Klappe, Schreiben ist mir schon immer leicht gefallen, aber ich kannte mein Talente zu diesem Zeitpunkt selbst noch gar nicht. Ein Pluspunkt ist sicher auch, dass ich wenig Berührungsängste oder Furcht vor Veränderungen habe. Außerdem trage ich mein Herz auf der Zunge und habe vor, eine ganze Menge zu erzählen. Ich sehe mich nicht als Foodblogger, sondern mehr als modernen Geschichtenerzähler, der die Themen Veganer Lifestyle, Gesundheit, Fitness, Sport und Persönlichkeitsentwicklung mit Freude und Leidenschaft zur Schau stellt und gerne anderen Menschen unter die Nase reibt. Eine meiner Stärken liegt sicher darin, auch mal schwankend im Niveau sein zu dürfen, ohne dass meine LeserInnen mir das übel nehmen. Eine Art Vorbild ist da mein Freund Robert für mich. Der Typ hat eine so unfassbar große Fresse, dass er eigentlich schon längst ins Gefängnis gehören würde. Da ihn die Menschen aus seinem Umfeld aber so kennen und lieben, ist das kein Problem. Es weiß eben jeder, dass er ein toller Kerl ist und das nicht böse meint. Ich bin auch so einer und darf mir einfach alles erlauben. Vor wenigen Tagen habe ich ein tolles Foto von einem Typen bei instagram gesehen. Unter dem Foto stand, dass er gerade auf der Suche nach dem coolsten Typen der Welt gewesen ist, aber ernüchtert feststellen musste, dass er es selbst sein würde. Offenbar ist er auf seiner Reise mir noch nicht begegnet, denn sonst würde er nicht solche tollkühnen Sprüche klopfen. Etwas mehr Bescheidenheit wäre da schon angebracht gewesen.

Peffe - der veganizer

Attila Hildmann – Vegan for Fit Challenge

Jetzt wisst Ihr also schon mal wie alles Begann, aktuell bist Du mitten in der „Vegan For Fit 2“ Challenge, war das ein Neujahres Vorsatz und was ist Dein Ziel?

Die Challenge haben wir mittlerweile sehr erfolgreich abgeschlossen. Ich hatte ein kleines, aber sehr feines und buntes Team, mit dem ich das zusammen gemacht habe. Die Idee kam mir nachdem ich Kontakt zu Attila Hildmann hatte, wir haben uns in Hannover bei einem seiner Events kennengelernt. Er hat mir dann ein paar schöne Preise gestellt und schon ging das bunte und aktive Gemetzel los. Ich ernähre mich sowieso schon sehr grün und sehr gesund, deswegen hatte ich da im Vorfeld kaum Erwartungen. Aber auch ich habe einen positiven Schub verspürt und vor allem die Mädels, die mitgemacht haben und sich sonst „normal“ ernähren, fühlten sich schon nach 7 Tagen viel fitter. Sie haben u.a. berichtet, dass sie schon ein besseres Hautbild haben und besser schlafen würden. Abgenommen haben auch alle und das ohne zu hungern. Es war auf jeden Fall schon mal toll, ohne einen Kater ins neue Jahr zu starten, aber ich war letztes Jahr bei uns im Fitness-Studio am Neujahrstag schon einer der ersten Gäste. Besonders positiv möchte ich an der Challenge noch hervorheben, dass trotz größter Bedenken niemand der TeilnehmerInnen an den Folgen der veganen Mangelernährung verstorben ist.

Ziele habe ich ganz viele. In erster Linie natürlich gesund zu bleiben, noch glücklicher zu werden, weiterhin so viel Spaß mit dem Blog zu haben, noch mehr Leute an die Hand zu nehmen, die sich für unsere Lebensweise interessieren, weiter an meiner Persönlichkeit zu arbeiten und selbstverständlich habe ich auch noch Träume, die ich mir verwirklichen werde. Wenn Du kleine Zwischenziele als Erfolge feierst, dann wird der Weg zu Deinem großen Ziel immer kürzer und ist auch wesentlich angenehmer zu gehen, als wenn Du vom Fuß des Bergs bis hoch zum Gipfelkreuz siehst und denkst: „Puh, ist das weit, das schaffe ich doch nie.“ Also geh los und mach Dein Ding, dann kommst Du auch irgendwann ganz oben an, auch wenn Du Dich mal verläufst. Dann gehst Du wieder runter und suchst Dir was Neues.

 

Wunderbar! Ich gebe zu in meinem Küchenschrank steht immer noch „Vegan For Fit 1“ zwar habe ich schon einiges daraus gekocht, die Challenge wartet aber noch darauf gestartet zu werden.
Nun möchte ich natürlich gerne von Dir wissen, ob Du ein Lieblings Reiseziel hast und ob Du eher der Hotel- oder Ferienwohnung Typ bist?

Dann lass doch „Vegan for fit 1“ erst mal da stehen, wo es ist, und starte mit der 2. Ausgabe. Die 7 Tage sind schnell um, die Rezepte sind viel leichter zu machen, und dann spürst Du schnell, ob das Deine Welt ist oder nicht. Wenn Du dann genug Motivation und Schwung gewonnen hast, kannst Du die Challenge aus „Vegan for fit 1“ noch machen und gehst danach wahrscheinlich ab wie ein Zäpfchen.

Ich fliege nicht besonders gern, aber das wird sich auch bald ändern, weil ich einfach richtig Bock drauf habe, mal nach Bali zu fliegen. Meine Liebe gehört aber der Insel Sylt. Wenn ich an dem über 40 Kilometer langen West-Strand stehe und die raue Nordsee mir ins Gesicht bläst, dann fühle ich mich unendlich frei. Das ging mir sogar schon so, als ich mit meinem Leben noch nicht so zufrieden war wie heute. Ich liebe zwar das Meer, aber die Berge haben auch eine große Anziehungskraft auf mich, das hat so etwas Mystisches. Ich mag auch sehr gerne Mallorca und Ibiza, zudem wollen wir unbedingt mal wieder nach La Palma. Von dieser Insel möchte ich noch mehr sehen als das, was ich  vor einigen Jahren bei einer Rundreise um die Kanaren erlebt habe.  Wir waren schon immer eher die Typen für Ferienwohnungen. Seitdem wir Veganer sind sowieso. Es geht aber auch anders und dafür gibt es zum Glück Menschen wie Dich, die sich zur Aufgabe gemacht haben, für jeden etwas Passendes zu finden und nicht nur für die Masse.

Peffe - der veganizer

Vegan Reisen

Gibt es ein Hotel in dem Du seit dem Du vegan lebst besonders gute Erfahrungen gemacht hast?

Im letzten Jahr waren wir in Tirol im Bio-Hotel Grafenast. Das ist wie ein anderer Planet hoch oben auf dem Pillberg. Dazu ganz tolles Essen auch für Grasfresser, eine atemberaubende Natur, die mächtigen Berge um uns herum, wunderschöne Seen in der Nähe. Ich habe darüber auch einen Artikel auf meinem Blog geschrieben (http://der-veganizer.de/2016/09/15/bio-hotel-grafenast), das war einfach nur ein Traum dort oben.

 

Eine Sache interessiert mich, glaubst Du, Du würdest Du es merken, wenn z.B.  in der Rahmsoße im Hotel tierische Sahne anstelle der versprochenen „alternativ Produkte“ verwendet wurde. Ich bin mir nicht sicher, würde es aber gerne mal auf einen Blindtest ankommen lassen.

Wenn ich meine Frau dabei haben würde, dann ganz bestimmt. Sie riecht vor allem Kuhmilch aus 100 Metern Entfernung, selbst wenn auch noch eine Biogasanlage in der Nähe stünde. Ich bin mir da nicht ganz so sicher, weil ich mir auch bei einem Asiaten ein Gericht, das ausschließlich mit veganen Zutaten gekennzeichnet war, mit Kondensmilch unterjubeln lassen habe. Die ist nun mal günstiger als wenn man nur reine Kokosmilch verwenden würde.

 

Gibt es für 2017 schon Reisepläne für Dich und Deine Familie? Wenn ja wo geht es hin?

Auf jeden Fall geht es wieder nach Sylt, das steht jetzt schon fest. Dazu haben wir noch Andalusien in Planung. Ich habe dort jemanden über meinen Blog kennengelernt und ich gehe davon aus, dass wir das in den nächsten Tagen fest machen werden. Da freue ich mich schon sehr drauf, weil wir da sozusagen unter uns sind, denn die Gastgeber dort leben auch vegan.

Peffe - der veganizer

Gutmenschen und Einhörner

Zum Abschluss  was würde sich der Gutmensch Peffe wünschen wenn ihm eine nette Fee, oder ganz im Trend ein Wunsch-Einhorn begegnen würde?

Ich nehme lieber das Wunsch-Einhorn, weil mir nette Feen mittlerweile fast täglich begegnen, ich aber noch nie mit einem Einhorn zusammen gearbeitet habe 😉 Mein Wunsch wäre es, den ganzen Müll aus den Köpfen der Menschen zu entfernen, der zu Hass, Gewalt gegen Menschen und Tiere, Krieg, Neid, Gier und Missgunst führt. Da kannst Du selbst aber schon eine ganze Menge gegen machen, in dem Du darauf achtest, was Du den ganzen Tag über konsumierst. Dabei meine ich Konsum im doppelten Sinn und zwar die Dinge, die man mit Geld kaufen kann und den Konsum, der über diverse Medienkanäle in unsere Köpfe gelangt. Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.


Fotos: Robert Heda

Die tollen Shirts gibts übrigens bei Sandy P. Peng

Nadine

Nadine ist freie Reiseberaterin und Spezialistin für vegane und familienfreundliche Reiseziele. Sie ist Mutter von zwei Kindern und lebt vegan.

Click Here to Leave a Comment Below