Gastbeitrag – eine Wohnmobil Tour durch Schweden

Schweden - typische rote Häuser am Wasser

Hey ihr Lieben, ich bin Isa und als aller Erstes bedanke ich mich bei Nadine für ihren Aufruf und die tolle Möglichkeit, euch ein bisschen was von mir berichten zu dürfen.

DANKE, Nadine!

Über Isa

Also… ich bin Isa, Anfang Dreißig und ich habe mein Leben nach vielen harten Jahren die geprägt wurden von Krankheit, Koma und Rolli komplett “umgekrempelt”. Ich habe mir vor 4 Jahren den Traum von einem kleinen, alten Wohnmobil erfüllt und reise seitdem alleine bzw. zusammen mit meinem Hundemädchen Milla, immer wieder quer durch Europa.

Mal geht es nur ein paar Tage an die Nordsee oder ich tucker die wenige Kilometer bis zum nächsten schönen See.

Aber abgesehen von diesen kurzen Touren zum “Seele baumeln lassen”, starte ich auch immer wieder so richtig durch und toure für mehrere Monate quer durch Europa.

Diese Touren und den Camping Alltag, also wie es ist, wenn man als Mädel allein “on the Road” ist, beschreibe ich auf IsasWomo (www.isaswomo.de).

Darüber hinaus schreibe ich auf dem Portal über aktuelle Camping News, gebe Tourvorschläge, beschreibe tolle Reiseziele, gebe Tipps zum Umgang mit dem Wohnmobil, bewerte Stell- und Campingplätze und berichte über das Campen mit Hund. Außerdem fahre ich immer wieder auf Messen, halte Vorträge oder treffe mich mit Herstellern und versuche so, viel mehr Menschen davon zu überzeugen, dass man auch alleine großartige Reisen erleben kann.

Dank unterschiedlicher Kooperationen, Auftragsschreiben für z.B Tourismusverbände, Artikel für verschiedener Hersteller und die Arbeit als virtuelle Assistentin, kann ich mittlerweile “hauptberuflich” als Reisebloggerin arbeiten und bekomme so die Chance, auch über Monate durch die verschiedenen Länder zu reisen.

Schweden

Schweden - typische Häuser am Wasser

Einen meiner schönsten Sommer hatte ich eindeutig in Schweden und da für viele Menschen ein Campingurlaub in Schweden in der Stadt Trelleborg beginnt, möchte ich euch ein bisschen was zu diesem Ort berichten.

Allgemein muss ich sagen, Schweden ist ein unglaublich schönes Land und meine Schweden Tour 2015 , die über gute 4 Monate andauerte, war schlichtweg traumhaft.

So wie die allermeisten Camper, die samt Zelt, Wohnmobil oder Wohnwagen mit der Fähre nach Schweden übersetzen, bin auch ich von Rostock aus, in Trelleborg angekommen.

Trelleborg liegt direkt an der Ostseeküste, im süd- westlichsten Zipfel von Schweden und ist ein super Ort, um die ersten Tage zum “ Ankommen und Einleben” zu nutzen.

Trelleborg –  der Haupthafen Schwedens

Direkt in der Umgebung des Hafens von Trelleborg, gibt es einen separate Wohnmobil Stellplatz. Dieser ist vielleicht praktisch, wenn man noch einige Stunden Zeit hat, bevor die Fähre wieder in Richtung Deutschland “schwimmt”. Allerdings muss man schon ehrlich sagen, so ein richtiges Urlaubsfeeling kommt in der Hafen Umgebung leider nicht auf.

Darum kann ich euch allen nur den Tipp geben, diesen Stellplatz zu meiden und lieber nach der Ankunft noch ca. 45 Minuten Fahrt auf euch zu nehmen und besser den Stellplatz in östliche Richtung, hinter den Toren Trelleborgs, zu nutzen ( Adresse: Smyge Strandväg 10, 23178 Smygehamn).

Smygehamn

Smygehamn ist ein ganz kleiner, absolut Schweden typischer Ort.

Der Stellplatz befindet sich auf einer großen Wiese direkt vor einem Bauernhof und mit ein bisschen Glück, habt ihr sogar einen Stellplatz mit Blick auf das Meer.

Dieser kleine Flecken Erde ist einfach und total ursprünglich, aber genau dadurch auch wunderschön!

Vom Wohnmobil aus konnten Milla und ich, nach unserer Ankunft, mit wenigen Schritten entlang der großen Wiese und an dem eigentlichen Bauernhof vorbei gehen und schon standen wir zwei DIREKT an der brausenden, schwedischen Küste.

Dabei ist der gesamte Küstenabschnitt noch ganz natürlich, es fehlten uns eigentlich nur noch die Kinder von Bullerbü! Weit und breit sind keine riesen Hotelbunker oder irgendwelche windigen Sonnenliegen Vermietungen zu sehen.

Eher ganz im Gegenteil!

Es gibt riesengroße Findlinge mitten auf dem Strand, der Küstenabschnitt ist immer wieder felsig und teilweise von hohen Gräsern überzogen.

der Bauernhof…

Nach so vielen tollen ersten Eindrücken und dem vielen frischem Wind um die (Hunde-)Nase, meldete sich mein Magen… HUUUUNGER!

Welch ein Glück, dass es den Bauernhof gab!

Denn zu dem Bauernhof gehören nicht nur Tiere, Stallungen und eben dieser tolle Küstenabschnitt, sondern auch ein großes Hofcafe, samt einem Kunst und Kunstgewerbe Shops.

Da uns nicht nur das Land so toll “begrüßte”, sondern sich auch noch das Wetter von der besten Seite zeigte, konnten Milla und ich es uns, samt Kaffee und der ersten typischen “Zimtschnecke” auf schwedischem Boden, im Innenhof des Bauernhofes gemütlich machen.

Das ganze Areal ist nicht nur für uns Menschen toll, auch unsere Vierbeiner finden ein echtes Hundeparadies vor! Wiesen, Wasser, Sand und durch die Bauernhoftiere die vielen neuen Gerüche… Milla war begeistert und tagelang mit Schnuppern ausgelastet… für uns beide einfach TOP und der Beginn einer schönen Zeit.

So toll dieser Hof und die ganze Umgebung auch ist, es gibt allerdings  2-3 Dinge, die ihr beachten solltet.

In direkter Umgebung zu diesem Stellplatz und dem genannten Bauernhof ist “nichts”! Das bedeutet, ihr solltet auf jeden Fall vor dem Aufenthalt, einige Lebensmittel eingekauft haben.

Es gibt noch eine 2. Sache zu beachten und zwar kommt jeden Abend der Betreiber des Platzes, zum bezahlen der Stellplatzkosten, an den Wohnmobilen vorbei. Man kann dort allerdings ( und dies ist ganz untypisch für Skandinavien, denn die Schweden bezahlen ja sogar 2 Brötchen per Karte) NUR BAR bezahlen!

Ihr solltet also unbedingt entweder schon in Deutschland einige Euro in Kronen gewechselt haben, oder aber ihr macht es so wie ich, vor Ort in Trelleborg.

Ich habe damals frühzeitig eine Fähre gebucht, die hauptsächlich in der Nacht gefahren ist, so dass ich schon Vormittags in Trelleborg angekommen bin.

Nach der langen Überfahrt musste sich Milla eh unbedingt mal die Beine vertreten, so dass ich das Womo direkt nachdem wir von der Fähre fuhren, auf den großen Parkplätzen noch im Hafen geparkt habe und von dort in die Innenstadt von Trelleborg gelaufen bin.

Die Innenstadt von Trelleborg beginnt direkt hinter dem Hafengelände, nur getrennt von einer großen Hauptstraße, die Wege sind also kurz.

In der Innenstadt gibt es unzählige Banken, so dass man vor Ort problemlos Bargeld abheben kann. Milla und ich haben die Gelegenheit genutzt und noch einen gemütlichen Schaufensterbummel eingelegt, bevor wir entspannt zurück zum Womo gegangen sind und uns auf den Weg zum Stellplatz gemacht haben.

Auf diesem ersten Stellplatz in Smygehamn haben Milla und ich insgesamt 5 Tage verbracht, denn für mich war es der perfekte Ort um “runter zu kommen” und wie schon gesagt, für Milla war es ein absolutes Hundeparadies.

Natürlich bin auch ich vor solch langen Touren immer noch aufgeregt und ich brauche zu Beginn einer solcher Reisen immer einige Tage um mich “ein zu grooven”.

Allerdings muss ich in diesem Fall ganz deutlich sagen, dieses “ eingrooven”, zurechtfinden, in den Urlaubsmodus gelangen oder wie man es auch immer nennen möchte, ist mir gerade in Schweden besonders leicht gefallen.

Die Schweden selbst sind eher zurückhaltend, aber wenn man eine Frage oder ein Problem hat, sind sie suuuuper hilfsbereit und aufgeschlossen.

Zudem sprechen viele Schweden ein paar Wörter deutsch und sollte dem nicht so sein, sprechen eigentlich alle Leute ein ziemlich gutes englisch. Gerade im Vergleich zu z.B. Ländern wie Frankreich, kann das die Lage im Problemfall schon deutlich vereinfachen.

und weiter nach Stockholm…

Schweden - Palast Stockholmschweden - Stockholm Schweden - Grönan , Wahrzeichen von Stockholm

 

 

 

Nach ganz tollen, entspannten und rundum schönen 5 Tagen, ging es für Milla und mich so richtig los, immer weiter gen Norden, auf unsere große Schweden Tour.

Anfangs bin ich die Ostküste in nördliche Richtung gefahren, bin dann allerdings doch mal irgendwann ins Landesinnere abgebogen, vorbei am Pipi und Michel aus Lönneberger Drehort und noch weiter hoch in den Norden bis zum Göta-Kanal (übrigens, der Göta Kanal ist ein ganz, ganz tolles, empfehlenswertes und noch oftmals zu unrecht unterschätztes Gebiet!).

Von da an bin ich immer direkt am Fluss entlang gefahren, bis ich irgendwann direkt nach Stockholm kam. 3 Nächte habe ich dann in dieser, für mich schönsten Hauptstadt überhaupt, verbracht. Stockholm hat soooooooo viel zu bieten, wahrscheinlich hätten es auch 30 Nächte werden können. Allerdings gibt es eigentlich keine Möglichkeit, Zentrumsnah, mit dem Wohnmobil frei bzw. kostenlos zu stehen. Selbst wenn man sich einen großen Parkplatz sucht, bezahlt man 25 Euro für 24 Stunden. Dies ist der selbe Preis, den man auch für einen Tag auf dem  City- Stellplatz zahlt. Da man eh den selben Betrag zahlen muss, steht man auf den offiziellen Stellplätzen samt Strom,Toiletten und Duschen, natürlich angenehmer.

gen Norden und zurück nach Malmö…

Nach dieser super Zeit in Stockholm, ging es für Milla und mich, über Falun, Östersund und die Hoga Kusten, noch vieeeeeeeel weiter in den Norden und mit jedem Kilometer wurde es einsamer, ursprünglicher und abenteuerlicher. Es gab wirklich Zeiten, da sahen wir über Stunden und sogar Tage keinen anderen Menschen und kein anderes Auto auf den “ Schwedischen Schotterpisten”.

Irgendwann, ganz hoch im Norden, habe ich dann die letzte große Straße genutzt und bin einmal komplett durchs Landesinnere, vorbei an Wasserfällen und unendlichen kleinen Seen, von der Ostküste in Richtung Norwegische Grenze getuckert.

Von dort aus machten wir uns ganz langsam auf den Weg, wieder zurück in den Süden, zurück ins trubelige Leben. Wobei wir auf dem Rückweg natürlich noch einige wichtige Highlights auf dem Plan hatten. Ganz wichtig waren die Stopps an den größten Seen Vännern und Vättern ( wenn man dort am Ufer steht, könnte man auch am Meer sein, soooooo riesig sind diese Wasserflächen) und die 3 Tage Halt bei Gekas dem größten Supermarkt der Welt, samt eigenem Campingplatz, Stellplatz, Hotel, TV- Serie und Hundebetreuung (es gibt innerhalb des Marktes sogar kleine Navigationsgeräte, welche man an den Einkaufswagen klippen kann und eingeben kann, welches Produkt man sucht… WAHNSINN und ein absolutes MUSS einer ausgiebigen Schweden Tour).

Bis Milla und ich nach guten 4 Monaten in Malmö ankam, fast dem Ausgangspunkt unserer Reise. Da ich aufgrund einiger freier Kabinen, für einen ganz kleinen Betrag von Malmö mit der Fähre nach Travemünde fahren konnte, beendete ich in Malmö meine Schweden Tour und noch einmal 72 Stunden später, fuhr ich über die Stadtgrenze Dortmunds.

Fazit der Schweden Tour

So ging eine 4 monatige Schweden Tour zu ende.

Ich kann es nur immer wieder sagen…

Schweden ist unfassbar schön und sowohl für erfahrene Camper, als auch für alle möglichen Camping Anfängern toll. Das Land geht freundlich mit seinen Gästen um, auf den Straßen läuft alles sehr entspannt ab, es gibt unzählige Campingplätze und solange man sich vernünftig benimmt, ist auch das “Freistehen” unproblematisch.

Von insgesamt guten 4 Monaten, konnte ich insgesamt ca.3,5 Monate frei stehen, also nicht auf einem Stell oder Campingplatz, was natürlich auch meiner Reisekasse sehr gelegen kam.

Dabei sind die Preise in Schweden insgesamt für Skandinavien recht human. Die guten Campigplätze sind innerhalb der Saison recht teuer und alles was mit Alkohol zu tun hat, ist fast unbezahlbar. Bei allem anderen sind die Preise mit Deutschland vergleichbar. Das einzige was wirklich nötig ist und den gesamten Alltag erleichtertist eine Master oder Visa Card, da selbst z.B Parktickets meist nur per Karte bezahlt werden können.. geschweige denn von Tankstellen. Gerade hoch im Norden gibt es viele Tankstellen ohne Personal, da kann man dann nur mit einer Kreditkarte an einem Automaten bezahlen und tanken.

Ganz egal wo ich übernachtet habe, ob auf einem Museumsparkplatz mitten in einer Stadt, oder ganz abgelegen, an einem See mitten im Wald.

Ich habe nicht eine einzige schlechte Erfahrung gemacht!

Ganz im Gegenteil, die Leute waren immer nett und zuvorkommend und selbst Jugendliche die von einem Party Boot Anleger kamen, welchen ich am Tage nicht gesehen habe, fingen an (und das ist mein absoluter Ernst und die Wahrheit) zu flüstern, als sie in der Nacht am Wohnmobil vorbei liefen.

Egal wo ich war, ich hatte immer das Gefühl, solange man sich vernünftig benimmt, die Orte an denen man steht sauber verlässt usw., hat man eigentlich sämtliche Freiheiten.

Zudem ist mir Schweden insgesamt als sehr “sauber und ordentlich” in Erinnerung geblieben.

Da ist z.B ein Detaille, welches mir immer im Kopf geblieben ist und welches vielleicht ganz gut beschreibt was ich meine…  es gibt an eigentlich jedem See in Schweden verschiedene Masten mit diesen üblichen, weiß/roten Rettungsringen zum retten von Personen in Not.

Diese Ringe hängen dort “einfach so”!

Die Ringe werden nicht angebunden oder sonst irgendwie befestigt, nein, die hängen dort ganz “frei”… und erstaunlicherweise hängen diese Ringe dort auch noch nach Wochen oder Monaten so frei!

Die nimmt einfach keiner weg, oder  die werden auch nicht einfach aus “Spaß” zerstört, nur weil irgendwelche Idioten gerade Frust schieben!

Oder ein anderes Beispiel… es gibt in Schweden an fast allen kleinen und großen Seen verschiedene Picknick und Lagerfeuer Plätze.

Passend zu diesen Lagerfeuer Plätzen gibt es auch kleine Hütten (so nach Art einer Hundehütte) und dort liegt immer geschlagenes Holz bereit, welches man einfach so für sein Lagerfeuer nutzen kann.

Könnt ihr euch vorstellen, wie ein solcher Lagerfeuerplatz samt dieser kleinen Hütten und dem geschlagenem Holz bei uns in Deutschland nach kürzester Zeit aussähe?!

Sicherlich ist auch in Schweden nicht alles rosarot und die Schweden werden auch ihre Probleme haben! Trotzdem ist dort diese “Zerstörungswut” einfach noch nicht so gegeben wie hier…

Wenn ich mir überlege, wie hier in Dortmund die Parks aussehen, nach einem warmen Sommerwochenende, mit Picknick und Grillen und mir dann vorstelle, hier gäbe es auch noch kleine Hütten samt geschlagenem Holz und frei hängenden Rettungsringen…

Dann weiß ich, dass solche Plätze innerhalb von Tagen geschrottet wären!

Ich bin mir sehr sicher, da läge das geschlagene Holz im Teich und der Rettungsring verbrannt im Lagerfeuer!

SCHADE EIGENTLICH!

Nun ja….

Solltet ihr noch keine Idee für euren Sommerurlaub 2017 haben, vielleicht mietet ihr euch ein Wohnmobil und tourt selber mal durch Schweden?! Es müssen ja keine 4 Monate sein… 10-14 oder 21 Tage reichen auch für einen kürzere Tour!

Das wäre sicherlich mal eine ganz besondere und extrem schöne Reise!

Ich kann euch nur sagen, Schweden ist zu jeder Jahreszeit ein ganz, ganz tolles Erlebnis und ich persönlich werde diese Monate niemals vergessen… dafür waren sie einfach zu schön!

Liebe Grüße und …. bleibt gesund,

Eure Isa

Nachwort von Nadine (Reisezeit-Breuer)

Vielen Dank liebe Isa für den tollen Bericht über Deine Schweden Reise. Und wenn Ihr nun auch Lust auf eine Wohnmobil Tour durch Schweden bekommen habt, schreibt mir einfach eine E-Mail, ich erstelle Euch gerne ein unverbindliches Angebot.

Bis bald, Nadine

 

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Copyright der Bilder: Isabel Speckmann

 

Nadine

Nadine ist freie Reiseberaterin und Spezialistin für vegane und familienfreundliche Reiseziele. Sie ist Mutter von zwei Kindern und lebt vegan.

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